Befunderhebung, Bewegungsanbahnung und Tonusregulierung der oberen Extremität und des Rumpfes mit dem Ziel funktioneller Bewegungen bei Hemiplegikern (Senso KOMPAKT-Fortbildung)
Zielgruppe: Ergotherapeuten, die noch keinen Bobath-Grundkurs besucht haben und mit hirngeschädigten Erwachsenen arbeiten oder ihr Wissen auffrischen wollen
Immer mehr ErgotherapeutInnen wünschen sich Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit neurologischen Patienten. Schwerpunkt dieses Kompaktseminars wird die Entwicklung einer ausführlichen Befundung und der Therapieansatz der oberen Extremität und des Rumpfes im Sinne einer "alltagsorientierten Bewegungsanbahnung" sein.
Grundlagen des Seminars sind die anatomischen Kenntnisse, die praxisnah und symptomorientiert für die TeilnehmerInnen aufbereitet werden. Thematisiert werden die Voraussetzungen für eine sinnvolle und Erfolg versprechende Therapie, verdeutlicht durch Selbsterfahrungen im Bereich des normalen und sensomotorisch gestörten Bewegungsablaufes.
Anhand von Video- und Diabeispielen von betroffenen Patienten wird die Thematik vertieft. Die "herkömmlichen" ergotherapeutischen Mittel der funktionellen Behandlung sollen kritisch beleuchtet und "physiotherapeutische Methoden" diskutiert werden.
Theoretische und praktische Anleitungen für ökonomische und sinnvolle Bewegungsabläufe bei hemiplegischen Patienten sind Ziel des Seminars. Jeder Kursabschnitt hat einen Schwerpunkt, der es ermöglicht, den Patienten optimal in seinen Fähigkeiten zu unterstützen unter Einbeziehung verschiedener anerkannter neurologischer Therapiekonzepte.
Durch die mehrmaligen Treffen können die TeilnehmerInnen effektiv lernen, Fragen klären und Videos von eigenen Patienten mitbringen. Dieser zweiteilige Kurs kann als Vorbereitung für einen Bobath-Grundkurs genutzt werden.
Als neue Ergänzung neben dem Ärztevortrag bieten wir in den Abendstunden anatomische Analysen und Trainingsprogramme für die TeilnehmerInnen selbst als Gesundheitsprophylaxe mit dem Modell profilax® an. (dieses zusätzliche Angebot ist freiwillig).
Teil I: Rumpf: Der Rumpf ist der dynamisch-stabile Sockel für Arm- und Beinaktivitäten. Die Behandlung der oberen Extremität setzt voraus, dass der Rumpf stabil genug ist, damit überhaupt Armbewegungen stattfinden können.
Andererseits ist auch die Beweglichkeit des Rumpfes gegen die Schwerkraft wichtig, um den Alltag bewältigen zu können. Es werden Rumpfaktivitäten in verschiedenen Ausgangsstellungen vorgestellt und aneinander geübt.
Unterrichtseinheiten: 27
Teil II: Schulter, Sensibilität, und Feinmotorik: Der Hemiplegiker hat ganz spezifsche Probleme im Schulterbereich: Subluxation und Schulterschmerz. Dieser Kursabschnitt dient dazu, Ursachen zu klären und Therapiemöglichkeiten in verschiedenen Ausgangsstellungen zu finden, damit Armaktivitäten wieder möglich sind.
Die verschiedenen Tonusverhältnisse des Schultergürtels werden differenziert betrachtet und behandelt. Hände und Unterarm sowie Finger und Daumen sind außerdem im zweiten Kursabschnitt Thema.
Wie kann eine Hand wieder Han(d)-tieren? Ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation ist auch die Sensibilität, nicht umsonst spricht man von Senso-Motorik. Wie kann der Patient wieder erste Alltagsaktivitäten verrichten? Hierzu gehört, dass der vorausgegangene Kursabschnitt mit einbezogen, wiederholt und integriert wird zu einer kompletten sensomotorischen Behandlung der oberen Extremität und des Rumpfes.
Priorität hat außerdem das Thema Handödem. Welche Maßnahmen sind sinnvoll und notwendig, wenn ein Handödem vorliegt? Als letztes werden wir verschiedene Möglichkeiten zusammentragen, wie der Patient das Gelernte als Eigen (Haus-)programm sinnvoll repetieren kann.
Unterrichtseinheiten: 33; (Teil I und Teil II gesamt: 60)
Kursleitung: Birgit Kempmann (ehemals Quattelbaum) Physiotherapeutin, Bobaththerapeutin, Lehrkraft für neurologische Behandlungsverfahren an der Physiotherapieschule Duisburg, Dinslaken
Alexandra Hartmann Ergotherapeutin seit 1997, Bobaththerapeutin, tätig in einer Klinik für Akut- und Rehageriatrie
Investition: € 840,00 je Kurs Hinweis: Für Interessierte besteht die Möglichkeit, einen Aufbaukurs zu machen.
Behandlung von Schmerz und Spastik bei neurologischen Patienten
Ärztevortrag innerhalb des Kurses:
Themen:
Reparationsmechanismen der geschädigten Neurone
Wiederaussprossung von Axonen
Veränderung an den Synapsen
Entstehung von Spastik
zentral bedingt
peripher bedingt
muskuläre Mechanismen
Entstehung von Schmerz (z.B. zentraler Schmerz)
Schmerzgedächtnis
Schmerz und Psyche
Schmerz und vegetatives NS
Behandlung von Spastik
Vor- und Nachteile der medikamentösen Interventionen (Antispastika, Botulinumtoxin, u.a.)
Therapeutisch sinnvolle Interventionen bei Spastik zur Tonusregulation, Funktionsverbesserung, Schienenbau als Medium nach der Gabe von Botulinumtoxin
Behandlung von Schmerz
Vor- und Nachteile der medikamentösen Interventionen (peripher und zentral wirksame Analgetika, Psychopharmaka und Antiepileptika u.a.)
Therapeutisch sinnvolle Interventionen bei Schmerzsyndromen zur Schmerzlinderung (medikamentös und physikalisch-therapeutisch)
Fallbeispiele können von TeilnehmerInnen in Form von Videoaufnahmen mitgebracht und zur Diskussion gestellt werden.
Referent des Vortrages: Dr. W. Schupp Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Chefarzt der Abt. Neurologie / Neuropsychologie der mfi Fachklinik Herzogenaurach, Herzogenaurach
ANATOMISCHE ANALYSEN UND TRAININGSPROGRAMME
ReferentInnen: Swantje Emken Ergotherapeutin, profilax®-Trainerin, Hamburg
Volker Gesing Ergotherapeut, profilax®-Trainer, Neumünster
Selma Metz Ergotherapeutin, profifi lax®-Trainerin |