AIDETC, zweiteilig (Perfetti Fortbildung)
Teil II: 21.01.-23.01.2011
Zielgruppe: Ergo- und Physiotherapeuten
Das Konzept der "Kognitiv Therapeutischen Übungen" wurde von Prof. Carlo Perfetti (Italien) für Hemiplegiepatienten bzw. für Patienten mit neurologischen Erkrankungenentwickelt.
Seit vielen Jahren wird diese Behandlungsform sehr erfolgreich auch bei orthopädischen und chirurgischen Patienten sowie bei CP-Kindern angewendet. Die philosophischeBasis dieses Therapiekonzeptes stellt die "Systemische Anschauungsweise" dar, die besagt, dass man alle Fähigkeiten des Menschen wie Bewegung, Wahrnehmung und mentale Leistungen nicht isoliert betrachten darf, sondern als Fähigkeiten, die eine funktionelle Einheit darstellen und nur im Zusammenhang miteinander den Erkenntnisprozess (= Kognition) ermöglichen, der eine zentrale Fähigkeit des Lebens und auch das zentrale Element dieses Konzeptes darstellt.
Grofle Bedeutung für den Erkenntnisprozess hat die Wahrnehmung, denn nur bei einer funktionierenden Wahrnehmung erhält das ZNS jene wichtigen Informationen vom Körper und der Umwelt, die es für die Programmierung und Ausführung der Bewegung benötigt. Die Wahrnehmung stellt also einen wichtigen Teil der Bewegung dar.
Das Ziel bei jedem Patienten ist die Reorganisation des Systems, die zuerst im ZNS erfolgen muss, um so eine Reorganisation der Bewegungsplanung und damit der Bewegung zu erreichen. Rehabilitation ist ein Lernprozess unter pathologischen Bedingungen.
Gezieltes Lernen ohne Aufmerksamkeit ist nicht möglich. Daher hat die gerichtete Aufmerksamkeit des Patienten einen besonderen Stellenwert. Indem der Patient seine Aufmerksamkeit gezielt auf bestimmte Elemente lenkt, lernt er die Komponenten der Spastizität kognitiv zu kontrollieren.
Nicht mehr die TherapeutIn soll facilitierend oder inhibierend eingreifen, sondern der Patient soll lernen, seine kognitiven Fähigkeiten einzusetzen, um die pathologischen Elemente selbst zu kontrollieren. Die kognitiven Prozesse stellen daher die "Arbeitsinstrumente" dieser Therapieform dar, zu welchen auch die sehr effektive Imagination gehört.
Weder die abstrakte Muskelkräftigung noch die Reflexaktivierung werden als Arbeitsmittel verwendet. Dieser Kurs umfasst zwei Abschnitte und erlaubt somit eine umfassende Erläuterung des Konzeptes und genügend Zeit für die Selbsterfahrung. Beim ersten Abschnitt wird der wichtigste Teil der Theorie und die Behandlung der oberen Extremität erklärt.
Im zweiten Teil werden theoretische Aspekte, wie die Anwendung der Imagination oder der "verbalen Beschreibung der bewussten Erfahrung" erläutert, und die Behandlung des Rumpfes und der unteren Extremität. Durch Videoausschnitte, Selbsterfahrungsteile und die Beurteilung und Behandlung eines Patienten bei beiden Kursabschnitten werden die theoretischen Aspekte veranschaulicht.
Unterrichtseinheiten: 50
Kursleitung: Susanne Wopfner-Oberleit Dipl. Physiotherapeutin, Docente di 2. livello AIDETC (Dozentin 2. Stufe "Associazione Internazionale Docenti Esercizio Terapeutico Conoscitivo"), in der Neurologie seit 1988 tätig, sechsmonatige Spezialausbildung bei Prof. Perfetti 1990, seither 2 Fortbildungen pro Jahr in Santorso/Italien zum Thema "Kognitiv therapeutische Übungen", zudem Weiterbildungen in den Bereichen Wahrnehmung, Neuropsychologie, Neurophysiologie. Seit 1992 hält sie Kurse mit o. g. Thema, Zirl / Österreich

Investition: € 820,00 für Teil 1+2 zusammen
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