Weiterbildung zum Fachtherapeut Schule (5 Module): Modul 1 Lese-Rechtschreibstörungen

Termin: 02.11.2020 - 05.11.2020
Seminar-Nr.: 11
Zeiten: Mo-Do 09:00-16:15 Uhr
Modul 1: Lese-Rechtschreibstörungen
Module 2-5 finden 2021 und 2022 statt
Ort: Hamburg, imPuls Stellwerk
Norderreihe 63
22767 Hamburg
Fachbereiche: Pädiatrie

Kursleitung

Michael Ertl
Lehrtherapeut DVE, Lerntherapeut TheraPlus

Jürgen Jäger
Lehrtherapeut DVE, Lerntherapeut TheraPlus

Zielgruppe: 
Ergotherapeut*innen


Seminarbeschreibung:
Die Weiterbildung zum „Fachtherapeut Schule“ will den wachsenden Spezialisierungsanforderungen therapeutischer und sonderpädagogischer Einrichtungen zum Thema Schule gerecht werden. Unser Ziel ist es, für Sie die Qualität von Evaluation, Behandlung und Beratung von Schulkindern, sowie Eltern und Lehrer*innen ständig weiter zu entwickeln, um dadurch die Effektivität Ihrer Interventionen langfristig zu sichern.

Die Weiterbildung beinhaltet konkrete Maßnahmen für die Diagnostik und das Training für Kinder mit Lese-Rechtschreibstörungen, Rechenstörungen, mangelhaften grafomotorischen sowie psychisch-kognitiven Voraussetzungen. Die Inhalte der Fortbildung soll es den Teilnehmer*innen ermöglichen, innerhalb des Systems Schule die Lernmotivation und das Lernverhalten der betroffenen Schüler*innen positiv zu verändern und die durch Lernstörungen verursachten Folgen für die zukünftige Entwicklung zu begrenzen bzw. zu verhindern.

Die Qualifizierungsmaßnahme wird bei Abschluss aller 5 Weiterbildungsteile zertifiziert. Alle 5 Module sind in sich abgeschlossene Fortbildungen und können auch einzeln belegt werden. Während der gesamten Weiterbildungsmaßnahme stehen die Dozenten auch per E-Mail und Messenger zur Verfügung.

 

Modul 1: Lese-Rechtschreibstörungen

Lese-Rechtschreibstörungen basieren auf einer Vielzahl von ätiologischen und mit bedingenden Faktoren. Viele dieser Faktoren sind im Leistungskatalog der Ergotherapie aufgeführt (z.B. auditive und visuelle Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen, weitere diverse neuropsychologische Störungen). Für ein effektives therapeutisches Vorgehen sind nicht nur Kenntnisse über diese Faktoren relevant, sondern auch spezifisches Wissen über Lese-Rechtschreibleistungen.


Seminarschwerpunkte:

  • Definition, Symptomatologie, ätiologische und mitbedingende Faktoren
  • Konzepte der Legasthenieforschung
  • Entwicklung von Lese-Rechtschreibfertigkeiten
  • Behandlung und Therapie von Vorläuferkompetenzen wie Phonologische Bewusstheit und Graphem-Phonem-Korrespondenz
  • Befundung von Lesefertigkeit, Leseverständnis und Rechtschreibleistung mit Screenings und standardisierten Verfahren wie ELFE 1-6, ZLT-II, WRT-Reihe u.a.
  • Therapeutische Interventionsmöglichkeiten mit silben- oder morphemorientiertem Training, metakognitive Maßnahmen sowie PC-gestütztes Training
  • Vorstellung diverser Trainingsprogramme wie dem ELFE-Training, dem SOT (symbolgeleitete-orthografische Trainingsmethode) u.a.


Bitte bringen Sie das Therapiematerial, welches beim Lese-Rechtschreibtraining zum Einsatz kommt, zum Seminar mit.


UE/FP:
32


Investition:
430 €


 

Modul 2 (Kurs 181): Rechenstörungen (08.02. - 11.02.2021)

Die Zahl der Kinder, die aufgrund einer Rechenschwäche außerschulische Lernförderung benötigen, ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Dies hängt in hohem Maße damit zusammen, dass neben Lese- und Rechtschreibschwäche nun auch Rechenschwäche an Schulen zum Thema geworden ist und erst jetzt verstärkt ein Handlungsbedarf wahrgenommen wird.

Das Problem erkannt zu haben heißt aber noch lange nicht, damit adäquat umgehen zu können. Nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Therapeuten sind oft unsicher in Bezug auf die Diagnostik und Förderung von Kindern mit Rechenschwäche.


Seminarschwerpunkte:

  • Definition, Symptomatologie, ätiologische und mitbedingende Faktoren
  • Konzepte der Dyskalkulieforschung
  • Entwicklung von mathematischen Vorläuferkompetenzen
  • Befundung mathematischer Leistungen mit Screenings und standardisierten Testverfahren wie ZAREKI-R, DBZ 1 u.a.
  • Therapeutische Interventionsmöglichkeiten durch metakognitive Maßnahmen sowie Umfeld- und Beratungsarbeit
  • Vorstellung diverser Trainingsprogramme wie dem Dortmunder Zahlenbegriffstraining, Finger-Bilder-Rechnen u.a.

Bitte bringen Sie Therapiematerial, welches beim Rechentraining zum Einsatz kommt, zum Seminar mit.


UE/FP:
32


Investition:
500 €

 

Modul 3 (Kurs 182): Grafomotorische Störungen (17.05. - 20.05.2021)

Grafomotorische Störungen können den Schreiblernprozess, die Informationssicherung sowie das Lernen insgesamt empfindlich beeinträchtigen. Dies kann auch Folgen für die weitere psycho-emotionale Entwicklung der betroffenen Kinder haben.


Seminarschwerpunkte:

  • Neuropsychologische und neurophysiologische Modelle des Schreiblernprozesses und seiner Vorstufen innerhalb der kindlichen Entwicklung
  • Die spezifische Entwicklung grafomotorischer Fertigkeiten und die Bedeutung dessen für die Diagnostik und Training (Basic-Scribbles)
  • Umfassende grafomotorische Diagnostik ab Eingangsklassenalter in Durchführung und Interpretation wie GMT, KGB, Marburger Komplexbild sowie qualitativer und quantitativer Schreibanalyse
  • Zusätzlich feinmotorische und grafomotorische Überprüfungstools
  • Planung und Durchführung eines individuell angepassten Trainings u.a. mit "Den Stift im Griff" und "Marburger Graphomotorische Übungen" sowie dem Schreiben unterstützende Maßnahmen und Hilfsmittel


Bitte bringen Sie Therapiematerial, welches beim grafomotorischen Training zum Einsatz kommt, zum Seminar mit.


UE/FP:
32


Investition:
500 €

 

Modul 4: Schulkinder mit Aufmerksamkeitsstörungen (Frühjahr 2022) 

Aufmerksamkeitsbedingte Schwierigkeiten bei schulischen Anforderungen stellen die betroffenen Kinder sowie Eltern und Lehrer*innen immer wieder vor große Herausforderungen. Nicht selten entsteht schon in der frühen Grundschulzeit ein Teufelskreis aus Überforderung, Misserfolgserleben, immer geringer werdender Anstrengungsbereitschaft bis hin zu offener Leistungsverweigerung beim Schulkind. Seitens der Eltern und Lehrer*innen herrscht oft Ratlosigkeit und gegenseitige Schuldzuweisung, Appelle und allgemeine kindbezogene Maßnahmen bringen oftmals nicht den erwünschten Erfolg. Langfristig besteht die Gefahr, dass die betroffenen Kinder trotz normaler und sogar überdurchschnittlicher Intelligenz nur einen mangelhaften Bildungsabschluss erreichen und ihre psychosoziale und emotionale Entwicklung bis ins Erwachsenenalter einen ungünstigen Verlauf nimmt.


Seminarschwerpunkte:

  • Kurzer theoretischer Abriss über die Theorie von Aufmerksamkeitsstörungen
  • Erlernen der Durchführung, Auswertung und Interpretation des TEA-Ch sowie d2-R
  • Durchführung aussagekräftiger Arbeitsproben
  • Trainingsmaßnahmen in Anlehnung an LAUTH & SCHLOTTKE (Basis- und Strategietraining)
  • Anwendung grundlegender operanter Techniken und Strategien zur Verhaltensmodifikation
  • Transfer der Trainingsprogramme in Schule und Elternhaus sowie weitere umfeldzentrierte Maßnahmen


Sie erhalten einen bewährten Praxisleitfaden, der Sie sicher durch die relevanten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen führt.


UE/FP:
24



Modul 5: Lern- und Gedächtnisstörungen (Frühjahr 2022)

Gedächtnisstörungen bei den Betroffenen sind im Alltag oft Ursache von Leistungsproblemen in der Schule sowie in anderen Lebensbereichen. Die Schüler*innen verfügen trotz ausreichender Intelligenz nur über unzureichende bzw. ineffektive Strategien zur Bewältigung von Gedächtnisanforderungen.

Mit dem "Reminder-Training" und dem "MEMO-Training" können Merk- und Lernstrategien vermittelt werden, die es Schüler*innen ermöglicht, Anforderungen des Lern- und Leistungsalltags besser zu bewältigen. Spielerisch werden u.a. Visualisierungs- und Verbalisierungsfähigkeiten ausgebaut und die Konzentrationsfähigkeit gesteigert. Ein begleitendes Übungsprogramm für zu Hause, sowie Tipps und Hinweise für die Elternberatung sind ebenfalls Bestandteil des Trainings.

  • Kennenlernen von Gedächtnisstrategien
  • Üben der Anwendung von Gedächtnisstrategien
  • Variable Übertragung der Gedächtnisstrategien auf diverse Anforderungen
  • Herausfinden der eigenen Präferenzen

Der Kurs bietet zunächst eine Einführung in die entwicklungsbezogenen Grundlagen des Gedächtnisses und in die Diagnostik von Merk- und Lernstörungen anhand standardisierter Verfahren und Arbeitsproben. Anschließend wird das Anwenden der Trainingsprogramme praxisnah erläutert und praktisch erprobt sowie auf schulrelevante Anforderungen übertragen.


UE/FP:
16

 







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