Perfetti Basiskurs (AIDETC) – zweiteilig

Termin: 06.11.2020 - 06.12.2020
Seminar-Nr.: 9
Zeiten: Teil 1: 06.11 - 08.11.2020 Fokus: Obere Extremität
Teil 2: 04.12 - 06.12.2020 Fokus: Untere Extremität, Rumpf

Fr - Sa 9:00 - 18:00 Uhr, So 9:00 - 13:00 Uhr
Ort: Hamburg, imPuls Stellwerk
Norderreihe 63
22767 Hamburg
Fachbereiche: Neurologie/Geriatrie

Kursleitung

Susanne Wopfner, M.Sc.
Diplomierte Physiotherapeutin, Pädagogin seit 1989 in der Neurologie tätig, 1990 sechsmonatige Spezialausbildung bei Prof. Perfetti, Dozentin II., höherer Stufe nach AIDETC (l'Associazione Internazionale Docenti Esercizio Terapeutico Conoscitivo), absolviertes Masterstudium in "Pädagogik in Gesundheitsberufen" - Masterarbeit: "Motorische Imagination und autobiographische Erinnerung als Lernmittel in der Rehabilitation"

Neurokognitive Rehabilitation nach Prof. Perfetti


Zielgruppe:

Ergo- und Physiotherapeut*innen, Ärzt*innen


Seminarbeschreibung:

Der nach AIDETC anerkannte Basiskurs vermittelt die theoretischen Grundsätze und die praktische Anwendung der Neurokognitiven Rehabilitation nach Prof. Perfetti.

Die Neurokognitive Rehabilitation nach Prof. Perfetti ist ein gesamtheitliches Behandlungskonzept, das sowohl in der Neurologie, der Orthopädie, der Chirurgie und der Pädiatrie angewendet werden kann. Die philosophische Basis dieses Therapiekonzeptes stellt die "Systemische Anschauungsweise" dar, die besagt, dass man Fähigkeiten des Menschen wie Bewegung, Wahrnehmung und mentale Leistungen nicht isoliert betrachten darf, sondern als Fähigkeiten, die eine funktionelle Einheit darstellen und nur im Zusammenhang miteinander den Erkenntnisprozess (= Kognition) ermöglichen, der eine zentrale Fähigkeit des Lebens und auch das zentrale Element dieses Konzeptes darstellt. Große Bedeutung für den Erkenntnisprozess hat die Körperwahrnehmung, denn das ZNS benötigt für die Programmierung und Ausführung einer Bewegung jene Informationen vom Körper und der Umwelt, die es über den Körper einholt. Das Ziel jeder Behandlung ist die Reorganisation des Systems, die zuerst im ZNS erfolgen muss, um so eine Reorganisation der Bewegungsplanung und damit der Bewegung zu erreichen.

Rehabilitation ist ein Lernprozess unter pathologischen Bedingungen. Gezieltes Lernen ohne Aufmerksamkeit ist nicht möglich. Daher hat die gerichtete Aufmerksamkeit der Patient*innen einen besonderen Stellenwert. Indem der/die Patient*in seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Elemente seines Körpers lenkt, lernt er/sie die Komponenten der Spastizität zu kontrollieren.

Nicht mehr der/die Therapeut*in soll fazilitierend oder inhibierend eingreifen, sondern der/die Patient*in soll lernen, seine kognitiven Fähigkeiten einzusetzen, um die pathologischen Elemente selbst zu kontrollieren. Die kognitiven Prozesse stellen daher die "Arbeitsmittel" dieser Therapieform dar, zu welchen auch die motorische Imagination, die verbale Beschreibung der bewussten Erfahrung oder auch der mentale Vergleich mit früheren Erfahrungen gehören. Weder die abstrakte Muskelkräftigung noch die Reflexaktivierung werden als Arbeitsmittel eingesetzt. 

Dieser Kurs läuft in zwei Abschnitten ab und erlaubt somit eine umfassende Erläuterung des Konzeptes und mehr Zeit für Selbsterfahrung. Die für den motorischen Lernprozess relevanten neurophysiologischen und neuropsychologischen Aspekte und die praktischen Konsequenzen für den Berufsalltag werden erklärt. Die Entstehung und die neurophysiologischen Hintergründe von pathologischen Bewegungsformen werden erläutert und anhand von Videos und jeweils einer Befundaufnahme und einer Behandlung an einem Patienten / einer Patientin bei beiden Kursteilen veranschaulicht.


Lehrinhalte Teil 1: Theorie und Behandlung der oberen Extremität

  • Von der Übung zur Theorie
  • Der Symptomkomplex "Spastizität"
  • Übungen ersten, zweiten, dritten Grades
  • Bewegungsanalyse obere Extremität
  • Analyse pathologischer Verhaltensformen der OEX
  • Demonstration / Selbsterfahrung therapeutischer Übungen (OE, Hand)
  • Gruppenarbeit: Kreieren einer therapeutischen Übung
  • Befundaufnahme und Behandlung an einem Patienten / einer Patientin


Lehrinhalte Teil 2: Theorie und Behandlung der unteren Extremität und des Rumpfes

  • Der Symptomkomplex "Spastizität" an der unteren Extremität
  • Bewegungsanalyse untere Extremität
  • Analyse pathologischer Verhaltensformen an der UEX
  • Gruppenarbeit: Verhaltensanalyse und Kreieren einer therapeutischen Übung
  • Die kognitive Theorie
  • Die motorische Imagination / die präläsionale Erinnerung
  • Die Behandlung des Rumpfes: Theorie und therapeutische Übungen
  • Befundaufnahme und Behandlung an einem Patienten / einer Patientin


Pädagogisches Vorgehen:

  • Vortrag und Diskussionen
  • Praktische Demonstration
  • Selbsterfahrungen
  • Wiederholungen in Form von Domino- und Puzzlespielen
  • Gruppen-, Paar-, Einzelarbeit
  • Videoanalysen


UE/FP:
50


Investition:
860 € komplett


Literaturempfehlungen /eigene Literatur:

  • Perfetti, Carlo (2007): Rehabilitieren mit Gehirn - Kognitiv Therapeutische Übungen in der Neurologie und Orthopädie. München: Pflaum. Übersetzerin und Co-Autorin: Wopfner Susanne.
  • Perfetti, Carlo (2008): Der hemiplegische Patient - Kognitiv Therapeutische Übungen. 2. Aufl. München: Pflaum. Übersetzerin: Wopfner Susanne.
  • Wopfner, Susanne (2016): Neurokognitive Rehabilitation nach Prof. Carlo Perfetti. In: Aigner, Barbara, Klose, Claudia (Hrsg.): Physiotherapeutische Techniken. Stuttgart: Thieme. In Druck
  • Wopfner Susanne (2015): Autobiographische Erinnerung und motorische Imagination als Lernmittel in der Rehabilitation. Masterarbeit an der Fachhochschule Gesundheit GmbH, Innsbruck, verfügbar unter http://bond.azw.ac.at/opacdata/0010212240.pdf
  • Wopfner-Oberleit Susanne, Barbach Maria, Kaiser Carla (2002): Bilaterale Handtransplantation – Ein Jahresrückblick der Physiotherapie. Zeitschrift für Handtherapie. 5 (1), S. 10-14.
  • Wopfner-Oberleit, Susanne, Barbach, Maria, Kaiser, Carla (2002) Kognitiv Therapeutische Übungen nach beidseitiger Handtransplantation. In: praxis ergotherapie 15 (1), S. 9-16.
  • Wopfner-Oberleit Susanne (2001): L´esercizio terapeutico conoscitivo in un caso di trapianto bilaterale delle mani. In: Riabilitazione Cognitiva 2 (2), S. 141-154.
  • Oberleit, Susanne, Wagner, Anita (1996): Die Behandlung von Hemiplegiepatienten - Bobath oder Perfetti ? In: praxis ergotherapie 4, S. 260-269.
  • Oberleit, Susanne (1996): Kognitiv Therapeutische Übungen nach Prof. Perfetti. In: Krankengymnastik 48 (4), S. 533-549.
  • Oberleit, Susanne (1994): Kognitiv Therapeutische Übungen nach Prof. Perfetti. In: Physiotherapie (3), S. 25-32.
  • Oberleit, Susanne (1993): Einführung in das Perfettikonzept. In: praxis ergotherapie 6 (5), S. 307-313.






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