Spiegeltherapie und mentales Training in der Rehabilitation

Termin: 06.10.2018 - 06.10.2018
Seminar-Nr.: 15
Zeiten: Samstag: 9:30 - 16:30 Uhr
Ort: Hamburg, imPuls Stellwerk
Norderreihe 63
22767 Hamburg
Fachbereiche: Neurologie/Geriatrie, Fachübergreifend, Orthopädie

Kursleitung

Andreas Rothgangel
M.Sc. (Public Health), Physiotherapeut seit 2002, Dozent an der Zuyd University of Applied Sciences, Heerlen/NL.

Fortbildung für Physio- und ErgotherapeutInnen, Ärztin/Arzt, Neuropsychologe/in 

Seminarbeschreibung:
Spiegeltherapie ist eine relativ einfach anwendbare Therapiemethode, bei der Patienten vor einem parallel zu ihrer Körpermitte angeordneten Spiegel sitzen, der den direkten Blick auf die betroffene Extremität verhindert. Beim Blick in den Spiegel entsteht für Patienten der Eindruck von zwei intakten Extremitäten. Diese visuelle Täuschung wird therapeutisch eingesetzt, um positive Effekte auf die Motorik, Wahrnehmung oder Schmerzen der Betroffenen zu bewirken. Die Spiegeltherapie wird bei verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt. Hierzu gehören der Schlaganfall,

Phantomschmerzen nach Amputationen, das komplexe regionale Schmerzsyndrom und andere chronische Schmerzsyndrome. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse werden innerhalb des Seminars ebenso besprochen, wie die praktische Umsetzung der Therapie. Zusätzlich wird eine innovative Erweiterung der klassischen Spiegeltherapie in Form einer 'Tele-Spiegeltherapie' vorgestellt, über die das Eigentraining der Patienten besser gesteuert werden kann. 

Nach Abschluss der Weiterbildung können die Teilnehmer auf Wunsch in das Spiegeltherapie-Register www.spiegeltherapie.com/therapeutenverzeichnis aufgenommen werden.

(UE/FP: 8) 

Ziele des Kurses:

  • Der Kursteilnehmer ist in der Lage den theoretisch-wissenschaftlichen Hintergrund der Spiegeltherapie zu beschreiben und kennt die verschiedenen Konzepte die der Therapie zu Grunde liegen. 
  • Der Kursteilnehmer kann die Spiegeltherapie selbstständig bei verschiedenen Symptomen nach einem Schlaganfall anwenden. 
  • Der Kursteilnehmer kennt ebenfalls die Anwendungsmöglichkeiten bei Phantomschmerz- und CRPS-Patienten und kann den theoretischen Hintergrund erklären.
  • Der Kursteilnehmer kennt geeignete Assessments/Testverfahren, um die Therapieeffekte systematisch zu evaluieren.

Seminarinhalte:

A. Der theoretisch-wissenschaftliche Hintergrund der Spiegeltherapie:

  • Was ist das Spiegelneuronensystem und welche Bedeutung hat es für die Spiegeltherapie? 
  • Was verbirgt sich hinter der Theorie des learned non-use Phänomens und wie wirkt Spiegeltherapie hierauf? 
  • Welche Rolle spielen neuroplastische Veränderungen des Körperschemas innerhalb der Ätiologie chronischer Schmerzen und welche Bedeutung hat dies für die Spiegeltherapie? 
  • Evidenz der Spiegeltherapie: Wie gut sind die klinischen Effekte der Spiegeltherapie wissenschaftlich belegt? 

B. Die praktische Anwendung der Therapie nach einem Schlaganfall:

  • Praktische Umsetzung der Therapie bei verschiedenen Symptomen nach einem Schlaganfall (obere und untere Extremität)
  • Die Therapiemöglichkeiten bei Neglekt-Patienten und zentralen Schmerzen nach einem Schlaganfall
  • Anleitung und Evaluation eines Heimprogramms mit Spiegeltherapie 

C. Die praktische Anwendung der Therapie bei verschiedenen Schmerzsyndromen:

  • Klinische Anwendungsrichtlinien in der Behandlung von Phantomempfindungen (Missempfindungen, Schmerz) nach Amputationen der oberen und unteren Extremität
  • Die Anwendung beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) und anderen chronischen Schmerzsyndromen
  • Konzept einer neuartigen, innovativen 'Tele-Spiegeltherapie' zur Unterstützung des Eigentrainings der Patienten
  • Auf Wunsch können die Teilnehmer in das neue 'Tele-Spiegeltherapie Register' aufgenommen werden. 

D. Geeignete Testverfahren zur Evaluation der Therapie:

  • Methoden/Arbeitsweisen sind: Powerpoint-Präsentationen, Fallbeispiele, Eigenständiges Arbeiten mit dem Spiegel, Gruppendiskussion 

In einem vom Land NRW und der EU finanziertem Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird zur Zeit eine neuartige digitale Versorgungslösung für Patienten mit Phantomschmerzen nach Beinamputationen entwickelt: 'Telereha Phantomschmerz'. Bei dem Ansatz der Tele-Therapie geht es um eine längerfristige Therapie mit Spiegeltherapie und anderen kognitiven Verfahren im Rahmen des Selbstmanagements des Patienten unter Zuhilfenahme von Informations- und Kommunikationstechnologie.

Durch ein virtuelles Übungs- und Trainingsprogramm sowie Video-Anleitungen soll der Patient die kognitive Therapie eigenständig im häuslichen Umfeld weiterführen, um den Therapieerfolg (Reduktion der Phantomschmerzen und Schmerzmedikation) langfristig sicherzustellen. 

Investition: 180 €







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