Perfetti Basiskurs (AIDETC) - zweiteilige Fortbildung

Termin: 26.10.2018 - 02.12.2018
Seminar-Nr.: 9
Zeiten: Freitag - Samstag: 9:00 - 18:00 Uhr, Sonntag: 9:00 - 13:00 Uhr
Ort: Hamburg, imPuls Stellwerk
Norderreihe 63
22767 Hamburg
Fachbereiche: Neurologie/Geriatrie

Kursleitung

Susanne Wopfner-Oberleit
MSc Diplomierte Physiotherapeutin, Pädagogin seit 1989 in der Neurologie tätig, 1990 sechsmonatige Spezialausbildung bei Prof. Perfetti, Docente di II. livello nach AIDETC (Dozentin II., höherer Stufe nach AIDETC (l'Associazione Internazionale Docenti Esercizio Terapeutico Conoscitivo).

Absolviertes Masterstudium in "Pädagogik in Gesundheitsberufen" - Masterarbeit: "Motorische Imagination und autobiographische Erinnerung als Lernmittel in der Rehabilitation"

Neurokognitive Rehabilitation nach Prof. Perfetti

Weiterbildung für Ergo- und PhysiotherapeutInnen 

Der nach AIDETC anerkannte Basiskurs vermittelt die theoretischen Grundsätze und die praktische Anwendung der Neurokognitiven Rehabilitation nach Prof. Perfetti. 

Teil 1: 26.10. – 28.10.2018  Theorie und Behandlung der OEX
Teil 2: 30.11. – 02.12.2018 Theorie und Behandlung der UEX und des Rumpfes

Interdisziplinärer Kurs für Physio- u. ErgotherapeutInnen und ÄrztInnen

Seminarbeschreibung:
Die Neurokognitive Rehabilitation nach Prof. Perfetti ist ein gesamtheitliches Behandlungskonzept, das sowohl in der Neurologie, der Orthopädie, der Chirurgie und der Pädiatrie angewendet werden kann. Die philosophische Basis dieses Therapiekonzeptes stellt die "Systemische Anschauungsweise" dar, die besagt, dass man Fähigkeiten des Menschen wie Bewegung, Wahrnehmung und mentale Leistungen nicht isoliert betrachten darf, sondern als Fähigkeiten, die eine funktionelle Einheit darstellen und nur im Zusammenhang miteinander den Erkenntnisprozess (= Kognition) ermöglichen, der eine zentrale Fähigkeit des Lebens und auch das zentrale Element dieses Konzeptes darstellt.

Große Bedeutung für den Erkenntnisprozess hat die Körperwahrnehmung, denn das ZNS benötigt für die Programmierung und Ausführung einer Bewegung jene Informationen vom Körper und der Umwelt, die es über den Körper einholt.

Das Ziel jeder Behandlung ist die Reorganisation des Systems, die zuerst im ZNS erfolgen muss, um so eine Reorganisation der Bewegungsplanung und damit der Bewegung zu erreichen. Rehabilitation ist ein Lernprozess unter pathologischen Bedingungen.

Gezieltes Lernen ohne Aufmerksamkeit ist nicht möglich. Daher hat die gerichtete Aufmerksamkeit des Patienten einen besonderen Stellenwert. Indem der Patient seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Elemente seines Körpers lenkt, lernt er die Komponenten der Spastizität zu kontrollieren. 

Nicht mehr der Therapeut soll fazilitierend oder inhibierend eingreifen, sondern der Patient soll lernen, seine kognitiven Fähigkeiten einzusetzen, um die pathologischen Elemente selbst zu kontrollieren. Die kognitiven Prozesse stellen daher die "Arbeitsmittel" dieser Therapieform dar, zu welchen auch die motorische Imagination, die verbale Beschreibung der bewussten Erfahrung oder auch der mentale Vergleich mit früheren Erfahrungen gehören. Weder die abstrakte Muskelkräftigung noch die Reflexaktivierung werden als Arbeitsmittel eingesetzt. 

Dieser Kurs läuft in zwei Abschnitten ab und erlaubt somit eine umfassende Erläuterung des Konzeptes und mehr Zeit für Selbsterfahrung. Die für den motorischen Lernprozess relevanten neurophysiologischen und neuropsychologischen Aspekte und die praktischen Konsequenzen für den Berufsalltag werden erklärt.

Die Entstehung und die neurophysiologischen Hintergründe von pathologischen Bewegungsformen werden erläutert und anhand von Videos und jeweils einer Befundaufnahme und einer Behandlung an einem Patienten / einer Patientin bei beiden Kursteilen veranschaulicht. 

Lehrinhalte beim ersten Kursteil:

  • Von der Übung zur Theorie
  • Der Symptomkomplex "Spastizität"
  • Übungen ersten, zweiten, dritten Grades
  • Bewegungsanalyse obere Extremität
  • Analyse pathologischer Verhaltensformen der OEX
  • Demonstration / Selbsterfahrung therapeutischer Übungen (OE, Hand)
  • Gruppenarbeit: Kreieren einer therapeutischen Übung
  • Befundaufnahme und Behandlung an einem Patienten / einer Patientin

Lehrinhalte beim zweiten Kursteil:

  • Der Symptomkomplex "Spastizität" an der unteren Extremität
  • Bewegungsanalyse untere Extremität
  • Analyse pathologischer Verhaltensformen an der UEX
  • Gruppenarbeit: Verhaltensanalyse und Kreieren einer therap. Übung
  • Die kognitive Theorie
  • Die motorische Imagination / die präläsionale Erinnerung
  • Die Behandlung des Rumpfes: Theorie und therapeutische Übungen
  • Befundaufnahme und Behandlung an einem Patienten / einer Patientin

Pädagogisches Vorgehen:

  • Vortrag und Diskussionen
  • Praktische Demonstration
  • Selbsterfahrungen
  • Wiederholungen in Form von Domino- und Puzzlespiele
  • Gruppen-, Paar-, Einzelarbeit
  • Videoanalysen

Eigene Literatur:

  • Wopfner, Susanne (2016): Neurokognitive Rehabilitation nach Prof. Carlo Perfetti. In: Aigner, Barbara, Klose, Claudia (Hrsg.): Physiotherapeutische Techniken. Stuttgart: Thieme. In Druck
  • Wopfner Susanne (2015): Autobiographische Erinnerung und motorische Imagination als Lernmittel in der Rehabilitation. Masterarbeit an der Fachhochschule Gesundheit GmbH, Innsbruck, verfügbar unter bond.azw.ac.at/opacdata/0010212240.pdf
  • Wopfner-Oberleit Susanne, Barbach Maria, Kaiser Carla (2002): Bilaterale Handtransplantation - Ein Jahresrückblick der Physiotherapie. Zeitschrift für Handtherapie. 5 (1), S. 10-14.

Investition: 850 € komplett







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