Der Ergotherapeut als Coach - Das Lebensumfeld des Kindes "empowern" -

Termin: 27.10.2018 - 28.10.2018
Seminar-Nr.: 93
Zeiten: Samstag: 9:00 - 17:30 Uhr, Sonntag: 9:00 - 15:00 Uhr
Ort: Hamburg, imPuls Stellwerk
Norderreihe 63
22767 Hamburg
Fachbereiche: Pädiatrie

Kursleitung

Sarah Kufner
Ergotherapeutin, Bc.H. OT (NL) im Fachbereich Pädiatrie. Systemischer Coach (GST), HP Psych.und Dozentin Im Gesundheitswesen. Seit 2012 am Sozialpädiatrischen Zentrum des Klinikums Dritter Orden in München tätig. Seit 2013 Fortbildungen und Workshops zum Thema Coaching in der pädiatrischen Ergotherapie gemeinsam mit Nadine Scholz-Schwärzler. Supervisorische Tätigkeit mit interdisziplinären Teams im Gesundheitswesen und mit Fachkräften aus dem Kindheitsbereich ( Erzieherinnen, Tagesmütter, Anleiterinnen von PEKIP- und EKPGruppen etc.). Ausrichtung: Begleitung von persönlichen, beruflichen und strukturellen Veränderungsprozessen Hintergrund und Methodik: Empowermentansatz, Partizipation, Inklusion, Systemisches Coaching, soziale Innovationen)

Nadine Scholz-Schwärzler

(Ergotherapeutin Bc.H. OT (NL), i.A. Master of Occupational Therapy (fh / Innsbruck) als Ergotherapeutin seit 2003 mit Schwerpunkt Pädiatrie tätig. Seit 2010 selber Mutter einer Tochter und nach ihrem Bc. H. OT (NL)- Abschluss als Dozentin im Setting Berufsfachschule für Ergotherapie und der Döpfer Akademie tätig. Seit 2013 gibt sie gemeinsam mit Sarah Kufner Fortbildungen und Workshops zum Themen Elternarbeit, Coaching innerhalb der deutschsprachigen pädiatrischen Ergotherapie und Empowermentprozessen. Nimmt derzeit zusätzlich am Masterstudiengang Ergotherapie an der fh Innsbruck teil und ist als Mentor für die ergotherapeutische Praxisbegleitung im Ausbildungskontext tätig.


Zielgruppe:

Ergotherapeuten mit Arbeitsschwerpunkt in der Pädiatrie. Interesse an persönlichem Wachstum

Seminarbeschreibung:

Eltern sind die zentralen Bezugspersonen für ihre Kinder. Für Kinder wiederum sind ihre Eltern auch die zentralen Personen, die ihnen Zugänge zu den unterschiedlichen Lebenswelten schaffen und ihre gemeinschaftliche Teilhabe mitgestalten. Eltern bringen, in Verständnis und Haltung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Ergotherapeuten und Familie, wesentlichen Ressourcen mit, die für aktuelle und anstehende Veränderungsprozesse in einer sich beständig wandelnden Gesellschaft erforderlich sind.

Eltern zu "empowern" bedeutet, sie so zu begleiten, dass sie eigene Lösungen für Betätigungsprobleme ihres Kindes im familiären und alltäglichen Kontext finden und umsetzen können. Dies beinhaltet auch, weitere alltagsrelevante Bezugspersonen des Kindes (wie ErzieherInnen, Lehrkräfte, Tageseltern etc.) als wichtige Ressourcen in den individuellen und familiären Lösungsprozess zu integrieren, um so wirksam und nachhaltig Betätigungen zu verbessern und gemeinschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Handlungsfähigkeit, Kreativität und Autonomie von Eltern zu stärken, fordert von ErgotherapeutInnen die Bereitschaft zu selbstreflektiertem Handeln, Neugier, Mut und Optimismus sowie eine gelebte Professionalität durch den Einsatz entsprechender Methodik.

Der Coaching-Ansatz kann ErgotherapeutInnen hierbei durch spezifische Prozessmodelle und skills wertvolle Impulse und Anregungen liefern, denn ...Kinder brauchen "eine feinfühlige, liebevolle, wertschätzende und unterstützende Begleitung, vertrauensvolle Beziehungen, eine Förderung von Selbstwirksamkeit und Autonomie und entsprechend individuelles Coaching."(Becker-Stoll, 2010)

Coaching in der Ergotherapie bietet den Klienten eine systematische Prozessbegleitung, die ihn bei einer selbständigen Lösungsfindung für Betätigungs- und Teilhabeprobleme begleitet. Durch spezifische Fragestellungen wird es den Klienten möglich, alternative Sicht- und Handlungsweisen zu generieren, eigenverantwortlich wirksame Handlungsschritte zu erarbeiten und im Sinne des "Empowerment" für eine nachhaltige Verbesserung seiner Lebenswelt sorgen zu können. (UE/FP:16)

Seminarschwerpunkte:

  • Der TN kann die Begrifflichkeit Lebenswelt und Empowerment verorten und versteht die Rolle des Coaching-Ansatzes innerhalb der zeitgenössischen Ergotherapie im Arbeitsfeld Pädiatrie.

  • Der TN kennt und versteht die Rolle des Coachs innerhalb der Ergotherapie im Rahmen aktueller konzeptioneller Modelle. Er weiß um die dazugehörigen Prozessmodelle und Skills und kann diese anwenden.

  • Der TN kennt und versteht das "Model of Coaching for Enablement in Occupational Therapy" (Pentland, 2010) und das "Occupational Performance Coaching" (OPC) (Graham, Rodger, Ziviani, 2009) sowie dessen Inhalte: Die theoretischen Grundlagen Coaching im OPC Werkzeuge des OPC: Die enabling domains

  • Der TN formuliert wirksame und lösungsfokussierte Fragestellungen (Kufner, Scholz-Schwärzler, 2016) und kann diese auch unter Bezugnahme auf die enabling domains (s. OPC, Graham et. al., 2009) anhand von Fallbeispielen generieren.

  • Der TN kann anhand des zur Verfügung gestellten Materials zur Unterstützung der Coachingsprozesse im Berufsalltag (Kufner, Scholz-Schwärzler, 2016) diese im Rahmen von Kleingruppenarbeiten, Rollenspielen und anhand von Videosequenzen ausprobieren und hinsichtlich seiner Wirksamkeit für sich prüfen.

  • Die Referenten arbeiten interaktiv unter Einsatz folgender Methoden: Präsentation pptx., je nach Gruppengröße und Fragestellungen der TN: Moderation von Kleingruppenarbeit, Rollenspiel, Analyse von Videosequenzen, Anleitung Prozessbegleitung bei der Entwicklung individueller Leitfragen für den Berufsalltag im pädiatrischen Kontext. Die Referenten arbeiten interaktiv unter Einsatz folgender Methoden: Präsentation pptx., je nach Gruppengröße und Fragestellungen der TN: Moderation von Kleingruppenarbeit, Rollenspiel, Analyse von Videosequenzen, Anleitung Prozessbegleitung bei der Entwicklung individueller Leitfragen für den Berufsalltag im pädiatrischen Kontext.



Investition: 300 €



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